Die osteopathische Behandlung von Kindern ist eine Spezialdisziplin der Osteopathie und erfordert spezielle Kenntnisse. Je kleiner ein Kind ist, umso mehr unterscheidet sich sein Organismus von dem eines Erwachsenen. Tagtäglich entstehen unzählige Verbindungen im Gehirn und im übrigen Nervensystem, die Knochen sind durch Wachstumszonen geprägt, die Schädelnähte sind noch sehr beweglich, das Immunsystem löst sich vom natürlichen mütterlichen Schutz ab, etc.
Die Anpassung an diese unzähligen rasanten Veränderungen erfordert einen hohen Freiheitsgrad innerhalb sämtlicher Organsysteme.
Einschränkungen z.B. im Bewegungsapparat, den Organen, im Nervensystem, im Blutkreislauf oder bei der Verdauung können daher physische bzw. psychische Beschwerden auslösen.
Ziel einer osteopathischen Behandlung ihres Kindes ist, eben diese Einschränkungen mit sanften manuellen Techniken zu befreien, damit sich der Gesamtorganismus wieder anpassen kann. Akzeptiert der Organismus diese Anpassung, wird er sie integrieren und die aus der Einschränkung resultierenden Symptome von selbst beseitigen.
Unterstützend bekommen Eltern für ihre Kinder ein spezielles Übungsprogramm, aus den Bereichen z.B. Physiotherapie (Handling n. Bobath, Schroth-Thrapie, Vojta…) oder Bewegungstherapie (Padovan-Methode, Joga, Brain Gym…) angeboten.
Auch biete ich einen jährlichen Check-Up für Kinder jeden Alters an.
Eltern erscheinen mit ihren Kindern in der Praxis aus zahlreichen Gründen, z.B. bei Asymmetrien des Halses, des Kopfes oder der Wirbelsäule, andere Störungen des Bewegungsapparates, Dreimonatskoliken, Saug- und Schluckstörungen, wiederkehrende Ohren-, Nasen- Rachenentzündungen, bei Husten, sowie bei Schmerzen z.B. im Kopf oder anderen Körperregionen, bei Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten sowie des Wachstums z.B. des Muskelsystems und des Kiefers.
Bei Lern- und Verhaltensauffälligkeiten können z.B. persistierende frühkindliche Reflexe dahinterstecken, die man mit bestimmten neurologischen Tests aufspüren kann. Sollte ein persistierender frühkindlicher Reflex vorhanden sein, bekommt Ihr Kind ein spezielles reflexhemmendes Übungsprogramm, dass die psycho-motorische Entwicklung ihres Kindes rückwirkend unterstützt.
Ein persistierender Greifreflex kann z.B. eine erschwerte Stifthaltung verursachen, Ihr Kind malt nicht gerne oder kann mit der Schere nicht schneiden.
Ein persistierender Galant-Reflex zeigt sich z.B., dass Ihr Kind nicht ruhig auf dem Stuhl sitzen kann oder es nässt vor allem nachts ein…
Bei einer Lese-Rechtschreibschwäche kann es sich z. B. um eine Winkelfehlsichtigkeit handeln. Osteopathisch kann sich beim Befunden der Schädelknochen eine Dysfunktion in der Sutura sphenobasilaris zeigen, dadurch kann es zu einem veränderten Winkel der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) kommen. Ihr Kind verrutscht z.B. beim Lesen immer in eine andere Zeile oder es neigt den Kopf immer beim Lesen oder Schreiben auf eine Seite, damit es die Buchstaben nicht als Doppelbilder sieht. Dies ist für ein Kind sehr anstrengend für die Augen und auch für den ganzen Bewegungsapparat. Es muss sich ständig bewegen, um die Spannungen auszugleichen und die Konzentration ist auch nur begrenzt möglich. Längerfristig kann sich durch die Kopfschiefhaltung eine Skoliose ausbilden.
Mit osteopathischen Techniken werden die Schädel- u. Gesichtsknochen, der Bewegungsapparat mit seinem Fasziesystem behandelt. Weitere diagnostische Abklärungen erfolgen natürlich beim pädiatrischen Augenarzt und bei einem Optometristen.
Auch kann sich bei Sprachproblemen um ein noch nicht diagnostiziertes kurzes Lippenband oder post. (hinteres) Zungenband verbergen. Sollte dies der Fall sein, erfolgt von mir eine Überweisung ins Zungenbandzentrum.
Auch in der Schwangerschaft kann eine prophylaktische Behandlung sinnvoll sein, um eventuell lagebedingten Kopfasymmetrien vorzusorgen.